Schweizer Sehverhalten 2025: Vier von fünf tragen eine Sehhilfe

Der Anteil der Brillen- und Kontaktlinsenträger:innen in der Schweizer Bevölkerung hat laut einer Langzeitstudie von OPTIKSCHWEIZ leicht abgenommen, bleibt aber auf hohem Niveau. Gründe sind laut dem Verband für Optometrie und Optik die zunehmend ältere Bevölkerung, die höheren Sehanforderungen der Bildschirmgesellschaft sowie der Umstand, dass auch das Sehvermögen von Kindern heute früher geprüft und bei Bedarf korrigiert wird.

(Bild: OPTIKSCHWEIZ (NIQ GfK) 2025)

Der hohe Anteil der Sehhilfenträger:innen in der Schweiz hat vielschichtige Gründe. So trägt einmal die demografische Entwicklung bzw. die zunehmend ältere Bevölkerung dazu bei. Wegen der natürlichen Alterssichtigkeit (um das 50. Lebensjahr hat die Augenlinse zunehmend Mühe, sich auf die Nähe scharf zu stellen) kommt auf Dauer niemand um eine Seh- oder Lesehilfe herum. In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen tragen 89 % Brillen oder Kontaktlinsen.

Smartphones und Bildschirme fordern das visuelle System

Die hohen Anforderungen und Ansprüche unserer stark visuell orientierten Welt bereiten auch jüngeren Jahrgängen oft Mühe: Der alltägliche Umgang mit Digitalgeräten und der ständige Blick in die Nähe fordern das Zusammenspiel von Augen und Gehirn enorm. Leichte Fehlsichtigkeiten, die das visuelle System im sonstigen Alltagsleben gut kompensieren kann, machen sich unter diesen Voraussetzungen mit Beschwerden bemerkbar und erfordern eine Korrektur.

Mehr korrigierte Kinder und Jugendliche

Und nicht zuletzt werden auch Kinder und Jugendliche heute vermehrt optometrisch geprüft und korrigiert als früher. Gaben 2001 noch über die Hälfte der befragten 16- bis 24-Jährigen an, keine Sehhilfe zu tragen, sind es heute nur noch ein Drittel. Gerade in Schule und Ausbildung spielt eine gute visuelle Wahrnehmung eine zentrale Rolle.

(Bild: OPTIKSCHWEIZ (NIQ GfK) 2025)

Eine Zunahme der Kurzsichtigkeit, wie von mahnenden Stimmen in den letzten Jahren prognostiziert, lässt sich aus dieser Studie indes nicht belegen. Die Verteilung des Korrekturbedarfs nach Nähe oder Ferne blieb in der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen über die letzten zwei Jahrzehnte relativ konstant. Ungeachtet dessen ist vor den Folgen regelmässiger, stundenlanger Bildschirmzeit bei Kindern und Jugendlichen nachdrücklich zu warnen. Während der Wachstumsphase kann dies die Entwicklung der Sehfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen. Kinderaugen entwickeln sich am besten im Spiel im Freien unter Naturlicht.

(Bild: OPTIKSCHWEIZ (NIQ GfK) 2025)

Seit 1979 macht OPTIKSCHWEIZ alle vier Jahre eine Erhebung zum Sehverhalten im Land, um die langfristigen Entwicklungen festzuhalten.

Detaillierter Bericht für OPTIKSCHWEIZ-Mitglieder

Die 1979 unter dem Namen «Publitest» gestartete Konsumentenerhebung wird mittlerweile durch das Unternehmen NIQ GfK durchgeführt. Der detaillierte Report vom November 2025 liegt in Deutsch und Französisch vor und ist für Inhaber- und Geschäftsführer·innen der Mitgliedsbetriebe im Extranet (siehe unter «Extras» > «Statistik») downloadbar.

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