Forschung

Zukunft der Augengesundheitsdiagnostik heisst EyeLib

07.01.2022

EyeLib, die intelligente Plattform zur Augendiagnose, die vom Schweizer Startup Mikajaki SA entwickelt und von der Segula-Technologies-Tochter Simra im französischen Saint-Nazaire industrialisiert wurde, ist bereit für den europäischen Markt.

Nach einer erfolgreichen Prototypenphase und einer ersten Serie erreicht Mikajaki, das Schweizer Startup-Unternehmen mit Expertise im Bereich der Augenheilkunde, heute einen wichtigen Meilenstein: Ende 2021 erhält es die europäische Zertifizierung, die die Markteinführung von EyeLib erlaubt. Diese automatisierte Station für ophthalmologische Analysen führt in weniger als 6 Minuten 100 verschiedene Messungen des Auges durch und ermöglicht dank der Kombination von künstlicher Intelligenz und Robotik die Automatisierung von etwa 20 Diagnosen – von Katarakt über Myopie bis hin zur Erkennung eines Glaukoms. Als Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Mikajaki und den Teams von Segula Technologies verspricht dieses weltweit einzigartige, hochmoderne Gerät unter anderem, die Behandlung der wachsenden Zahl von Patienten mit Sehbehinderungen zu revolutionieren. Für 2022, das erste Jahr der Industrialisierung, sieht das Auftragsbuch bereits die Lieferung von 30 Geräten vor.

Grünes Licht von den europäischen Behörden

Um diese Probleme zu lösen, haben die Gründer des Startups Mikajaki ein kompaktes und innovatives Gerät entwickelt, das die Behandlung von Augenerkrankungen optimieren soll. Die Teams von SIMRA, einer Tochtergesellschaft von Segula Technologies, die sich auf die industrielle Produktion spezialisiert hat, haben ihr gesamtes Fachwissen für dieses Projekt mobilisiert. Sie waren für das Design verantwortlich und begleiten nun die Umsetzung in der Industrialisierungsphase. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit am Segula-Standort in Saint-Nazaire hat Mikajaki nun die CE-Kennzeichnung erhalten, d. h. grünes Licht von den europäischen Behörden, um EyeLib in ganz Europa zu vermarkten. Die ersten Einheiten wurden nun für den klinischen Einsatz bei Patienten in drei spezialisierten Zentren in Paris (75), Nantes (44) und Provins (77) installiert.

Ehrgeiziges Programm

Dr. Michael Assouline, Mitbegründer und medizinischer Direktor von Mikajaki: «Es ist eine enorme Befriedigung, eine so ehrgeizige Vision und ein so ehrgeiziges Projekt in so kurzer Zeit verwirklicht zu sehen. EyeLib ist eine Revolution, eine konkrete medizinische Antwort auf ein Problem, das alle Kontinente betrifft: den Mangel an Augenärzten. Dieses Gerät soll verschiedene Mängel ausgleichen: Mangel an Ärzten, Zeit, Fachwissen und Mitteln, indem es medizinische Informationen von sehr hoher Qualität anbietet. Unsere ersten Bestellungen zu erfüllen, ist ein echter Erfolg».

Echter medizinischer Fortschritt

«Es erfüllt uns mit Stolz, an der Entwicklung von EyeLib beteiligt gewesen zu sein», sagt Stéphane Parpinelli, Direktor für Open Innovation bei SEGULA. Die Teams von SIMRA in Saint-Nazaire sind stark in dieses Projekt eingebunden, das alle ihre Kompetenzen mobilisiert und sie mit denen der Division Process von Segula Technologies, wie Automatisierung oder elektrische Verkabelung, bereichert. Die erfolgreiche Begleitung des Prototypenbaus und der Industrialisierung einer technologischen Plattform, die einen echten medizinischen Fortschritt darstellt, veranschaulicht unsere Agilität wie auch unsere Fähigkeit, selbst den komplexesten Produkten einen Mehrwert zu verleihen.»

Schnelle, einfache und umfassende Untersuchung

Durch die Kombination von künstlicher Intelligenz und Robotik ermöglicht EyeLib™ die schnelle Durchführung einer sehr fortschrittlichen und umfassenden, vollständig automatisierten ophthalmologischen Diagnoseuntersuchung und die entsprechende Überweisung der Patienten an die entsprechenden Spezialisten. Das Gerät besteht aus einer Station, die automatisch an verschiedene Körperformen angepasst werden kann und für Personen jeder Statur sowie für Rollstuhlfahrer zugänglich ist.

Virtueller Agent, von KI gesteuert

Nachdem der Patient mithilfe eines virtuellen Agenten, der von künstlicher Intelligenz gesteuert wird, einen Online-Fragebogen beantwortet hat, erhält er eine schnelle Folge von optoelektronischen Messungen des Auges. In nur wenigen Minuten analysiert EyeLib™ rund 100 objektive Parameter und erstellt einen umfassenden Bericht, der auch eine sehr detaillierte Bildgebung der anatomischen und optischen Strukturen des Auges enthält. Diese Ergebnisse werden dann mit den vom virtuellen Agenten gesammelten subjektiven Daten kombiniert, um mithilfe mehrerer Algorithmen künstlicher Intelligenz eine umfassende Vordiagnose sowie alle optischen Verschreibungen mit unübertroffener Genauigkeit zu generieren (Brillen, Linsen, Implantate für den grauen Star oder die Myopiechirurgie).

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