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Diverses

Webstandards im Auge behalten

09.12.2021

Webseiteninhalte sollten für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen sowie motorischen und kognitiven Behinderungen ebenso nutzbar sein wie für Menschen ohne Beeinträchtigungen. Der Blue Beanie Day vom 30. November erinnerte daran, dass Menschen mit einer Behinderung nach wie vor im Web auf teilweise unüberwindbare Hindernisse stossen.

Die Stiftung Zugang für alle, der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen SZBLIND, der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS, Procap, Inclusion Handicap, AGILE.CH, die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB), der Schweizerische Blindenbund (SBb) und der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) haben zu diesem Anlass einmal mehr auf die Bedeutung der Einhaltung von Barrierefreiheit im Web hingewiesen.

Menschen mit Behinderungen nutzen das Internet deutlich häufiger als der Durchschnitt der Bevölkerung. Damit dies möglich ist, müssen Webseiten barrierefrei gestaltet sein. Eine anpassbare Schriftgrösse, guter Kontrast, Alternativtexte für Bilder, Inhalte in einfacher Sprache und die Navigierbarkeit mittels Screenreader sind nur einige Aspekte der Barrierefreiheit im Internet. Von einer hindernisfreien Gestaltung profitieren alle, auch Menschen mit einer temporären Einschränkung, z.B. nach einem Unfall oder einer Operation.

Doch erst durch gemeinsam definierte Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines, WCAG) ist das Web zugänglich geworden – und es bleibt immer noch viel zu tun. Dank barrierefreier Web-Angebote und technologischer Hilfsmittel können Menschen mit Behinderungen sich heute beispielsweise online über ein Reiseziel informieren und eine Reise buchen. Dies war lange für viele Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen ohne fremde Hilfe nicht möglich. Doch auch heute noch sind nicht alle Online-Shops zugänglich und ohne fremde Hilfe bedienbar. Wie die aktuelle Schweizer Accessibility-Studie zeigt, sind nur knapp ein Viertel der 41 getesteten Shops für Menschen mit Behinderungen gut bis sehr gut nutzbar.

Die vier Grundsätze des barrierefreien Webs

  • Wahrnehmbarkeit: Inhalte müssen so zur Verfügung gestellt werden, dass sie auf verschiedenen Wegen wahrgenommen werden können. Beispielsweise auch mithilfe von Vorlesesoftware, Hochkontrast-Einstellungen, Untertitelung oder Gebärdensprache.
  • Bedienbarkeit: Die Komponenten und die Navigation müssen handhabbar sein, auch ohne Mausklick. Ist die Bedienbarkeit mit der Tastatur sichergestellt, ist in der Regel auch die Bedienbarkeit mit diversen technologischen Hilfsmitteln gegeben (z.B. Switch, Mundmaus, Eye Tracking, Sprachsteuerung).
  • Verständlichkeit: Handhabung und Information müssen verständlich sein.
  • Robustheit: Die Inhalte müssen funktionieren, interpretierbar sein und standhalten, auch wenn z.B. technologische Hilfsmittel darauf zugreifen.

 

«Die Web Content Accessibility Guidelines (Richtlinien für barrierefreie Webinhalte) legen klar fest, wie barrierefreies Internet auszusehen hat», erklärt Sylvia Winkelmann-Ackermann, Geschäftsführerin von «Zugang für alle». Für viele Menschen mit motorischen Behinderungen ist die Nutzung des Webs beispielsweise nur dann sinnvoll möglich, wenn digitale Angebote auch ohne Maus verwendet werden können. Ist die Tastaturnutzung nicht gegeben, können Schalter nicht erreicht, Dropdowns nicht bedient oder Menüs nicht geöffnet werden. Für Menschen mit kognitiven Behinderungen oder mit Lern- oder Aufmerksamkeitsschwierigkeiten werden zum Beispiel fehlende Orientierungspunkte, mangelnde Struktur, wenig informative Links («mehr», «weiterlesen», etc.) und daueranimierte Inhalte zu Stolpersteinen.

Barrierefreiheit schafft einerseits die Voraussetzung, damit Menschen mit Behinderung das Internet selbständig nutzen können, andererseits baut sie für alle Menschen Brücken zu innovativen Zukunftstechnologien. Die Zugänglichkeit von Webseiten ist für Menschen mit Behinderungen enorm wichtig, denn das Informationsangebot im Web bringt ihnen ein deutlich erhöhtes Mass an Selbstständigkeit.

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