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Brillen

Klassisches Brillenhandwerk aus dem Nordschwarzwald

09.08.2021

Löten, schleifen, polieren: LUMAG fertigt in der Manufaktur im baden-württembergischen Kämpfelbach Brillenfassungen aus Metall: Die Lunor-Modelle «Classic» und «M5». In Handarbeit und mit viel Hingabe.

2018 nahm eine Idee, die lange reifte, Gestalt an: Die Lunor Manufaktur Gesellschaft, kurz LUMAG, wurde gegründet. «Eine eigene Manufaktur, das ist die Krönung unserer bisherigen Firmengeschichte», freut sich Lunor-Geschäftsführer Michael Fux. Ein Jahr und sechs Monate dauerte die Entwicklungsphase, bevor Anfang 2020 der erste Rahmen des Lunor-Flaggschiffs «Classic» ausgeliefert werden konnte. Das Modell M5 folgte kurz darauf. Und der Erfolg zeigt, dass es keine Utopie ist, regional und fair zu produzieren. Mit der Brillenfertigung bei Null angefangen, hat Lunor mit seiner Werkstatt inzwischen einen nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Produktionsstandort geschaffen, der bereits heute zwischen 50 und 75 Fassungen pro Tag produziert.

Schritt für Schritt zur Perfektion

Bis die Produktion bei LUMAG richtig losgehen konnte, war eine lange Entwicklungsphase notwendig. Mit speziell konstruierten Werkzeugen für die Fertigung, der Suche nach passenden Lieferanten und der Schulung des richtigen Personals wurde der Herstellungsprozess Schritt für Schritt perfektioniert. «Mit dem Fachwissen unseres technischen Leiters, der mittlerweile über 50 Jahre Erfahrung in der Brillenherstellung hat, konnten wir die bestmöglichen Voraussetzungen für die Produktion unserer Modelle schaffen. Die dafür notwendigen Werkzeuge gibt es nicht von der Stange, wir mussten sie erst konstruieren und teilweise auch selbst herstellen», fasst LUMAG-Geschäftsführer Simon Dietzfelbinger die anfänglichen Herausforderungen zusammen. Die Modelle Classic und M5 werden derzeit von drei Mitarbeitern in der Manufaktur, nur wenige Kilometer vom Firmensitz in Bad Liebenzell entfernt, gefertigt.

Von der Bestellung bis zur Auslieferung durchläuft jedes Teil mindestens acht Hände. So werden Fehlerursachen frühzeitig erkannt und können schnell behoben werden. Vor Ort wird gelötet, geschliffen, von Hand poliert und maschinell geschliffen. Galvanik, Lackierung, Montage und Ausrichtung erfolgen derzeit bei externen Partnern, die alle in Deutschland anssssig sind. So kann nicht nur beste Qualität, sondern auch eine Produktion komplett «made in Germany» garantiert werden.

Mit Edelstahl zum Erfolg

Die Rahmen, die in Kämpfelbach produziert werden, haben eine Besonderheit: ihr Material. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern setzt Lunor komplett auf Edelstahl. Das hat den Vorteil, dass auf Nickel als glänzende Schicht verzichtet werden kann und damit das Allergierisiko minimiert wird. Darüber hinaus ist das Material massiv, rostfrei und hat eine natürlich glatte Oberfläche. Auf der anderen Seite ist die Bearbeitung deutlich aufwändiger, denn das Löten von Edelstahl erfordert nicht nur mehr Know-how und Aufwand, sondern auch sehr hohe Temperaturen. Bei LUMAG werden die Teile bei bis zu 830 Grad Celsius unter Schutzgasatmosphäre gelötet. «Mit dem Wunsch nach einem einheitlichen Material für alle Rahmen, dem bewussten Verzicht auf Nickel und mit unserem hohen Qualitätsanspruch fiel die Wahl schliesslich auf Edelstahl», so Dietzfelbinger.

 

Ein Klassiker als erster LUMAG-Rahmen

Es ist kein Zufall, dass die «Classic» das erste LUMAG-Modell ist. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte Lunor diese Fassung auf den Markt gebracht, die dank ihres berühmten Trägers Steve Jobs zur Design-Ikone wurde und aus dem Markenportfolio nicht mehr wegzudenken ist. Diese Fassung vereint präzise Handwerkskunst, perfekte Vintage-Details und eine besondere Leichtigkeit. Mit ihrer innovativen, von Lunor entwickelten W-Brücke kommt die «Classic» ohne Nasenpads aus; ein speziell gestalteter konkaver unterer Rand des Schraubenkopfes sorgt für optimale Druckverteilung auf dem Glas und besten Tragekomfort. Das elegante und dezente Modell ist selbst eine Legende und läutet mit der Produktion in der eigenen Manufaktur eine neue Ära in der Lunor-Geschichte ein. 7 verschiedene Formen dieser Linie (rund, achteckig, panto, anatomisch, panatomisch, crown panto und oval) in den Farben Gold, Platin, Antiksilber und Antikgold werden bei LUMAG produziert.

Lunor M5: Ein Stück Brillengeschichte von LUMAG

Die M5 ist das zweite Modell, das von LUMAG nach einer zehnmonatigen Entwicklungsphase mit intensivster Materialforschung, individueller Werkzeugherstellung sowie zahlreichen Belastungstests auf den Markt gebracht werden konnte. Dieser Rahmen ist die Neuauflage der Lunor V, die erstmals in den 1990er Jahren auf den Markt kam. Mehr als 20 Jahre Erfahrung stecken also in diesem Klassiker 2.0. Dieser zeitlose Rahmen steht für Understatement und Praktikabilität mit einem leichten und präzise entwickelten Edelstahlrahmen. Die M5 ist in Panto-, Oval- und Rundform in den Farben Gold, Platin, Altsilber und Altgold erhältlich. Die neueste Farbe Schwarz ist derzeit in Planung, die Markteinführung wird für die Opti 2022 erwartet.

Nachhaltigkeit als Grundvoraussetzung

Neben dem Wohlbefinden der Mitarbeiter sind Ökostrom, kaum Verpackungsmüll und recycelte Materialien ein Grundverständnis bei Lunor und natürlich auch bei LUMAG. Durch die Unterstützung verschiedener Projekte zur Wiederaufforstung in Kolumbien, Uruguay und Indien kann Lunor seine CO2-Emissionen ab der Saison 2021/2022 wieder ausgleichen und gilt damit als klimaneutrales Unternehmen. «Es ist unsere oberste Priorität, ressourceneffizient zu handeln. Unser Hauptgebäude ist nahezu autark, und wir setzen auf eine nachhaltige Produktion in Deutschland», erklärt Michael Fux. «Deshalb tragen alle Lunor-Rahmen das Attribut "handmade in Germany". Lediglich bei der Produktion seiner Titanmodelle setzt der Brillenhersteller aus Süddeutschland auf Know-how aus Japan.

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