Eric Lenoir beantwortet Fragen zur Durchführung der Silmo 2020 und zur Zukunft der internationalen Optikfachmesse

13.07.2020 - PD

In den vergangenen Monaten war unser Leben bestimmt von «social distancing» und «stay home». Neben den Einschränkungen des privaten Lebens wurde auch der berufliche Alltag auf den Kopf gestellt - oder kam ganz zum Erliegen. Besonders davon betroffen: Events und Messen – auch in der Augenoptik. Nach der Opti Anfang des Jahres mussten nach und nach alle für das Frühjahr und den Sommer geplanten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden.

Jetzt, nach einer langen Zeit, greifen immer mehr Lockerungen der Corona-Regelungen. Das stiftet auch Hoffnung unter den Veranstaltern von Grossveranstaltungen. Einer der nächsten regulären Termine im Veranstaltungskalender vieler Augenoptiker ist die Silmo. Und die Zeichen stehen gut, dass diese stattfinden kann.

Herr Lenoir, wie optimistisch blicken Sie auf die Messe?

Lenoir: Die internationale Lage verbessert sich durch den kontrollierten Umgang mit der Pandemie und den notwendigen Aufschwung der Wirtschaft. Dies ist auch der Fall in Frankreich, wo die Regierung den Prozess der Lockerungen und die wirtschaftliche Unterstützung beschleunigt. Wir sind recht optimistisch, zumal grosse Pariser Messen wie Premiere Vision und Maison & Objet ihre Ausgaben im September beibehalten.

Welche Vorkehrungen werden Sie treffen, um die Sicherheit der Besucher und Aussteller zu gewährleisten?

Lenoir: Wir befolgen ein strenges, von den Behörden auferlegtes Protokoll mit inzwischen bekannten Hygieneregeln, die sowohl für Aussteller als auch für Besucher gedacht sind: Bereitstellung von Masken, Visieren und Desinfektionsmitteln, Temperaturmessungen an den Messeeingängen und entsprechende Vorkehrungen für Abstandsregeln. Dazu ermöglichen die Hallen des Messegeländes Paris Nord Villepinte durch ihre Grösse eine optimale Steuerung des Besucherstroms. 

Nach der Opti ist die Silmo die zweite grosse Veranstaltung der Branche, die in diesem Jahr stattfindet. Dies, nachdem das Coronavirus die ganze Welt mehr oder weniger gelähmt hatte. Wie wichtig ist dies für Sie? Erzeugt das einen besonderen Druck?

Lenoir: In der Tat sind alle Veranstaltungen der internationalen Optik- und Brillenindustrie im ersten Halbjahr abgesagt worden, mit Ausnahme der Opti in München. In diesem beispiellosen Kontext wird die Silmo Paris, die jedes Jahr ein besonderes Event ist, mit noch mehr Spannung erwartet. Für die Fachleute der Branche ist es wichtig, sich zu treffen, um gemeinsam nach vorne zu schauen. Dies schafft keinen besonderen Druck, sondern das Bewusstsein, dass wir diese Ausgabe zu einem aussergewöhnlichen und positiven Ereignis machen müssen, ganz im Zeichen unseres neuen Mottos: Futurissilmo.

 

Werden die Bedenken im Zusammenhang mit der Gesundheitskrise Auswirkungen haben auch auf zukünftige Ausgaben der Silmo (und nicht nur auf die Ausgabe 2020)? Wird es in Zukunft grundlegende Veränderungen in der Organisation von Messen geben?

Lenoir: Messen bleiben unverzichtbar, um Geschäfte zu machen, Produkte zu präsentieren und Know-how zu fördern. Sie bieten die Möglichkeit zur Information, zum Austausch und Netzwerken sowie zur Inspiration. Die Silmo wird mit ihren Werten und allem was sie zu einem besonderen Event macht, bestehen bleiben. Wir werden dazu die digitalen Lösungen für eine massgeschneiderte Begleitung der Unternehmen weiterentwickeln und einen regelmässigen Kontakt mit den Branchenakteuren auch vor und nach der Messe fördern.

Wir verbinden die Magie der Silmo mit der Magie von Paris. Erwarten Sie für dieses Jahr irgendwelche Änderungen? Frankreich hat sehr unter der Krise gelitten...

Lenoir: Frankreich hat nicht mehr gelitten als andere Länder. Die Gesundheitskrise zeigt sich weltweit, genau wie die wirtschaftlichen Folgen, niemand kann sich ihr entziehen! Im Umgang mit der Pandemie zeigt sich ein starkes Verantwortungsbewusstsein seitens der französischen Behörden, die ihre ganze Energie in den Wirtschaftaufschwung stecken. Die Attraktivität der Silmo hängt nicht allein von der Magie der Stadt Paris ab, welche ihren «„Zauber» in den letzten drei Monaten nicht verloren hat, sie ist das Ergebnis einer langen Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Branche, die darauf zählen, dass wir mit ihnen die Zukunft gestalten und das: gemeinsam, auf der Messe und noch für eine lange Zeit!

Das Interview mit Eric Lenoir wurde uns freundlicherweise von www.optikernetz.de (Debora Gilsebach) zur Verfügung gestellt, besten Dank.

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