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Antibeschlagmittel können giftige Inhaltsstoffe enthalten

08.02.2021

Alle, die eine Brille tragen, kennen das Problem: Sobald draussen bei niedrigen Temperaturen die Schutzmaske gegen Corona aufgesetzt ist (oder wenn man von draussen in beheizte Räume kommt), beschlagen die Brillengläser. Mittel gegen den unerwünschten Beschlag auf den Gläsern werden in Optikfachgeschäften, Drogerien, Sportgeschäften und auch online als Spray, Gel, Schaum oder Tuch angeboten. Oft enthalten diese besonders gesundheits- und umweltschädliche Substanzen, die als PFAS bezeichnet werden. Sie sind schädlich für Gesundheit und Umwelt. Wie man sie erkennen und mit welchen Tricks man sie vermeiden kann, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (D).

Damit Antibeschlagmittel feuchtigkeitsabweisend wirken, werden darin teilweise schädliche PFAS (Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen) verwendet. Diese Substanzen finden sich auch in einigen Imprägniersprays und teilweise in wetterfester Outdoor-Kleidung. PFAS verbreiten sich durch ihre Nutzung in der Umwelt, wo sie kaum abbaubar sind. Sie sind gesundheitsschädlich und können sich in Pflanzen, Tieren und im menschlichen Körper anreichern. Die EU-Kommission plant, den Einsatz dieser gesamten chemischen Stoffgruppe wegen ihrer Schädlichkeit drastisch zu beschränken.

 

Hinweise zum Produkt beachten

Wenn in der Liste der Inhaltsstoffe der Namensbestandteil «-fluor» oder «-fluoro» auftaucht, sind wahrscheinlich PFAS enthalten. Auch Begriffe wie «hydrophob» oder «wasserabweisend» in der Beschreibung können ein Hinweis auf PFAS sein. Leider werden die Inhaltsstoffe von Antibeschlagmitteln oftmals nicht auf der Verpackung, auf der Angebotsseite im Internet oder im Beipackzettel aufgelistet. Ohne diese Informationen lässt sich jedoch nicht erkennen, ob es sich um ein schadstoffhaltiges Produkt handelt oder nicht. Fehlen die Angaben der Inhaltsstoffe, sollte man die Nebelkiller für Brillengläser nicht (ver)kaufen.

Wasserhaltige Antibeschlagmittel können ausserdem Konservierungsstoffe enthalten, die teilweise Kontaktallergien hervorrufen. Menschen, die darauf bereits allergisch reagiert haben, sollten in jedem Fall die Inhaltsstoffe mit ihrem Allergiepass vergleichen. Denn Teile der behandelten Brille berühren schliesslich längere Zeit die Haut.

Richtig entsorgen

Wer bereits PFAS-haltige Mittel gekauft hat und diese loswerden möchte, sollte sie auf keinen Fall in den Abfluss giessen, sondern zur Schadstoffsammlung des lokalen Entsorgers bringen.

 

Hausmittel für klare Sicht

Brillen beschlagen nicht so leicht, wenn die Corona-Schutzmaske am oberen Rand eng anliegt und die Brille über der Maske getragen wird. Auch ein hauchdünner Spülmittel- oder Seifenfilm auf den Brillengläsern kann bis zu einem gewissen Grad vor dem Beschlagen schützen. Je nach Beschichtung und Art der Gläser sollte sicherheitshalber der Optiker Auskunft geben, ob die Sehhilfen durch die Verwendung von Seife oder Spülmittel angegriffen werden können.

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