Shoppfitting: Umbauen? Jetzt erst recht!

«Der Tanz kann beginnen – so sagen es die Virenstrategen. Nach dem Hammer und den tiefen Einschnitten folgt die Phase der Orientierung, Erkundung und vor allem das Ablösen alter Bedürfnisse. Diese Zeit muss in erster Linie für die Analyse der neuen Bedürfnisse genutzt werden. Denn anschliessend beginnt die Phase der Akzeptanz und Neuorientierung.» Diese pointierte Aussage macht Daniel Schnödt, Trendexperte Retail, Autor und Veranstalter des Trendforums Retail in der Rubrik «Mein Standpunkt» unter dem Titel «Umbauen? jetzt erst recht!» in der neusten Ausgabe des dlv-Insiders.

Schnödt ist überzeugt, dass die Menschen sich zunehmend kritisch mit der Umwelt beschäftigen, deutlich verantwortungsbewusster handeln, neue Werte für sich definieren und ihre Verhaltens- und Erlebensweisen danach ausrichten werden. Mit dem Start in diese Phase müsse der Einzelhandel den Kunden mit einer Neueröffnung empfangen und dürfe nicht in alte Verhaltensmuster zurückkehren. «Neue Beziehungen werden aufgebaut, mit dem Wunsch nach Nähe und Gruppenzugehörigkeit.» Der Handel werde massive Konsumentenwanderungen erleben – neue Gesichter tauchen auf und bekannte Kunden werden mit einem Mal verschwunden sein. Gerade jetzt müsse zwingend mit einem neuen Kleid gearbeitet werden. Es reiche dabei manchmal aus, nur auf 20 Prozent der Fläche mit einem neuen Storedesign zu arbeiten und die Sortimente auf der verbleibenden Fläche neu auszurichten (sowohl in der Sortimentsdimension und -kuratierung als auch in der Warenplatzierung und -präsentation). «Eine Neukuratierung der Sortimente bedeutet immer auch Flächengewinn. Dann kann man sich auf Flächen für Kunden fokussieren und Möbel höchst flexibel halten.»


Der Trendexperte kommt zum Schluss: «Die Gewinner werden wieder lokale, kleinere Unternehmen sein, die auch einen Beitrag zum Allgemeinwohl abgeben, und Händler, die sich aktiv mit umweltpolitischen und nachhaltigen Themen auseinandersetzen. Der Ladenbau muss sich daher verstärkt mit zertifizierten und nachwachsenden Materialien auseinandersetzen und auf zunehmend kleinere Formate setzen. Dies betrifft auch Filialisten, die sich verstärkt mit deutlich reduzierten Flächen in erstarkten kleineren Innenstädten etablieren möchten.»


 Worauf es beim Ladenbau ankommt:

  • Mehr Flächen für Kunden, weniger Flächen für Ware
  • Noch höhere Flexibilität der Ladenbauelemente (Variabilität, Modularität, Mobilität)
  • Nachhaltige Materialien
  • Kleinere Flächenformate
  • Digitale Integration und digitale Regalverlängerung


Übrigens: Die aktuelle Ausgabe 61 des dlv-Insiders enthält einen durchaus nützlichen Sonderteil mit Produktinnovationen für Corona-Schutzmassnahmen im stationären Handel – von Hygienetrennscheiben bis Freihandtüröffner. Die Anbieter haben allerdings die meisten ihr Domizil in Deutschland, was in heutiger Zeit jedoch nicht unbedingt ein Hindernis darstellen sollte… dlv-Insider 61





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