Wie kommt das Neue in die Welt? Sieben Fragen zur Innovation.

Innovation und Kreativität sind lernbar. Und es braucht Mut. Mut auszuprobieren und Mut zu scheitern. Es gibt klare Muster. Und es gibt Leitfragen, die uns auf dem Weg zu neuen Lösungen weiterhelfen.

«Innovation ist nicht gleichzusetzen mit dem Akt des Erfindens» sagt Claus Weyrich, früherer Entwicklungsleiter bei Siemens. Und: «Die grossen Innovatoren waren keineswegs weltfremde Träumer». Am Anfang einer Innovation steht zwar immer ein Einfall, eine Idee, eine Erfindung. Damit aber eine «Invention» zur «Innovation wird, braucht es mehr. Sie muss nämlich erst einmal umgesetzt und vom Markt akzeptiert werden.  Innovation ist deshalb gleichermassen Inspiration wie Transpiration, ebensosehr visionäre Kraft wie das Ergebnis nüchterner Arbeit. Und sie braucht Rahmenbedingungen, die zum Erfolg (oder Misserfolg) beitragen.


Innovationen gibt es seit der Urzeit. Zu den ersten gehörten das Feuer und der Pfeilbogen. Später kam das Rad. Noch etwas später kamen dann Kompass und Fernrohr hinzu. Berühmt für Innovationen ist heute das Silicon Valley. Bill O’Connor von der dort angesiedelten Softwarefirma Autodesk – sie entwickelt Software die plant, zeichnet und gestaltet: Produkte, Architektur, Design, Animationen – hat sich sieben Leitfragen für neue Ideen zurechtgelegt:


1. Was ist vorstellbar?
Sicher haben bereits die Menschen in der Steinzeit gedacht, dass es cool wäre, zu fliegen. Der erste Schritt, den Menschen zum Fliegen zu bringen, war damit gemacht.


2. Wie können wir etwas mit anderen Augen sehen?
Feuer ist angsteinflössend, gefährlich und zerstörerisch. Feuer bringt aber auch Licht, Wärme und hilft beim Kochen.

3. Was können wir auf andere Weise nutzen?
Abfall ist nutzlos. Recycling heisst aber nichts anderes, als Abfälle für neue Zwecke zu nutzen.


4. Was können wir bewegen?
Sprache wird gesprochen. Bringen wir Sprache als Schrift in eine neue Form, dann wird sie plötzlich sehr lange haltbar und kann überallhin transportiert werden.


5. Was können wir verbinden, damit daraus Neues entsteht?
Eine Traubenpresse mit einem Stempel verbinden? Daraus entsteht eine Buchpresse.


6. Was können wir an bestehenden Dingen verändern?
Ein bisschen spitzen und aus einem Stock wird ein Speer. Die Veränderung ist minimal. Die Wirkung beeindruckend.


7. Können wir etwas machen, das es noch gar nie gab?
Tauschhandel war eigentlich ganz in Ordnung – solange man etwas tauschen konnte, das dem Handelspartner nützte. Dann kam jemand auf die Idee, Münzen zu prägen.


Innovation ist kein Hexenwerk. Sieben einfache Fragen genügen, um etwas in Gang zu bringen. Wer Apple etwas genauer studiert, der findet Antworten auf diese sieben Fragen: Der iPod kombinierte bestehende MP3-Musikplayer mit intuitiver Bedienung, gutem Design und einem virtuellen Plattengeschäft. Ergänzt man den Musikplayer mit einem mobilen Browser und der Funktionalität eines Mobiltelefons, hat man ein Smartphone.


Das Silicon Valley hat die Innovationen nicht für sich gebucht. Innovationen finden immer und überall auf der Welt statt. Im Silicon Valley ist der finanzielle Nährboden für neue Geschäftsideen einfach besonders gut. Dazu kommt die amerikanische Begabung, mit grosser Überzeugung auch kleine Ideen gross zu verkaufen. Und der unbändige Mut, erfolgreich zu scheitern.





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