Wettbewerb «Prominente Brillenträger»: Nicht nur US-Präsidenten hörten auf seinen Rat

In dieser Ausgabe von «Prominente Brillenträger» suchen wir einen amerikanischen Ausnahmepolitiker, der die US-Aussenpolitik in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts massgeblich geprägt hat. Der Sohn deutsch-jüdischer Emigranten und Harvard-Professor machte als Sicherheitsberater des Präsidenten von 1969 bis 1973 und als Aussenminister von 1973 bis 1977 Weltpolitik unter den Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford. Heinz Alfred, genannt Henry, vertrat eine umstrittene Politik der Stärke gegenüber Vietnam, die dennoch die Beendigung des Konflikts ermöglicht und die dem Vollblutpolitiker den Friedensnobelpreis eingebracht hat.

Heinz Alfred wuchs im deutschen Fürth auf, wo er auch die Schule besuchte. Als sich infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung verschärfte, emigrierte er 1938 mit seinen Eltern in die USA und besuchte daraufhin in New York City die Highschool. 1943 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und diente anschliessend bis 1946 in der Army, für die er in Deutschland zum Einsatz kam. Nach Kriegsende blieb er zunächst in Europa, wo er als Dozent an der European Command Intelligence School in Oberammergau tätig war. 1947 kehrte er in die USA zurück, um sich an der Harvard University einzuschreiben. Hier lernte er viele ausländische Kapazitäten kennen, mit denen er später als Aussenpolitiker zu tun haben sollte. 1957 wurde er zum Dozenten, 1962 zum Professor in Harvard berufen, wo er bis 1965 ein volles Lehrdeputat wahrnahm.

 

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Sein Eintritt in die Politik  datiert auf Anfang der 1960er Jahre. Unter den Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson war er bis 1962 als Berater für den Nationalen Sicherheitsrat und bis 1967 als Berater in Abrüstungsfragen tätig. 1965 wurde er ins State Department berufen, das sich mit der Situation in Vietnam befasste. In den folgenden beiden Jahren besuchte er mehrere Male Vietnam, 1969 erhob  ihn Präsident Richard Nixon zum Leiter des Nationalen Sicherheitsrats. In dieser Funktion, die er bis 1975 ausübte, wandte er sich gegen die von Kennedy und Johnson zuvor gegenüber der Sowjetunion eröffnete Politik der Aussöhnung und Annäherung. Dennoch trug er als einer seiner ersten aussenpolitischen Erfolge zum Abschluss der SALT-Verhandlungen bei, die in die Vertragsunterzeichnung durch Nixon und Leonid Breschnew in Moskau mündeten. Grossen Einfluss hatte er auch auf die geheimdiplomatischen Vorbereitungen, die unter der Präsidentschaft Nixons zu einer Annäherung zwischen den USA und der Volksrepublik China führten. 2001 erschien seine Abhandlung zum Thema «Does America Need a Foreign Policy?».  Heute lebt der inzwischen 95-Jährige in New York City und Washington D. C.

 

Wir möchten nun von Ihnen im Wettbewerb «Prominente Brillenträger» den Vornamen und Nachnamen des profilierten US-Politikers wissen. Wenn Sie ihn kennen, schreiben Sie eine E-Mail an fachverlag@nzz.ch. Mit etwas Glück gewinnen Sie einen Büchergutschein im Wert von Fr. 30.–





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