Prominente Brillenträger: «Natur kann nie langweilig sein»

Im Gegensatz zu Andy Warhol, auf den wir in der vorangegangenen Ausgabe den Fokus richteten, ist den meisten der Name des Künstlers mit der charakteristischen «Eulen-Brille», dem wir in dieser Wettbewerbsfolge auf die Spur zu kommen suchen, nicht ganz so geläufig. Der Grund für unsere jetzige Wahl: Die beiden Kunst-Aktivisten waren nicht nur Zeitgenossen, sie haben auch ähnliche Genres bedient. Zudem haben sich der Brite und der Amerikaner gegenseitig portraitiert.

Viel berühmter als der 1937 in in Bradford, Yorkshire, geborene Maler kann man als Künstler allerdings nicht werden. Von 1953 bis 1957 besuchte er das College of Art, ab 1959 studiert er am Royal College of Art in London, wo er 1962 seinen Abschluss mit Auszeichnung machte. Einst provozierte er nicht nur mit seinem öffentlichen Bekenntnis zur Homosexualität, sondern auch durch sein Eingeständnis, dass er sich beim Malen gern fotografischer Hilfsmittel bedient. Heute gilt der Kettenraucher und Dandy als einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Seine meisterhaften Stillleben, einfühlsamen Porträts, Landschaften, Fotocollagen und Bühnenbilder kreisen stets auch um Fragen der Wahrnehmung, um das Verhältnis von Abbild und Wirklichkeit und um das Problem der Darstellung von Raum und Perspektive. «Eine neue Art zu sehen bedeutet eine neue Art zu fühlen», davon ist der heute 80-Jährige überzeugt. «Ich glaube daran, dass die Malerei die Welt verändern kann.» Augenblicklich hat man seine türkisfarbene Swimmingpools vor Augen, die Blumenvasen voller roter Tulpen, Gruppen nackter Jünglinge unter der Sonne Kaliforniens, Weissdornhecken im Hügelland von Yorkshire und Fotocollagen, in denen er die Zentralperspektive in ihr Gegenteil verkehrt und die Welt kubistisch verfremdet und zerlegt, bis dem Betrachter der Boden unter den Füssen fortgerissen ist.


Im Jahr 2000 kehrte der Künstler aus Kalifornien zurück nach Grossbritannien und entdeckte in Yorkshire die Idylle seiner Kindheit. Er begann, sie mit Pinsel, Videokamera und I-Pad neu zu vermessen. Wer ihn fragte, warum er ausgerechnet ein derart altmodisches Genre wie die Landschaftsmalerei wiederbelebt, dem hielt er entgegen: «Wir können von der Natur nicht gelangweilt sein! Wir können uns höchstens langweilen durch die Art und Weise, wie wir die Natur betrachten.» Seit wenigen Jahren wohnt der Maler jedoch wirder in Los Angeles und malt vor allem Portraits von Freunden und Bekannten.


Wenn Sie wissen, wie der weltberühmte britische Künstler heisst, der am 9. Juli seinen 80. Geburtstag feierte, schreiben Sie eine E-Mail an fachmedien@nzz.ch (Absender nicht vergessen!) – mit etwas Glück gewinnen Sie einen Büchergutschein im Wert von 30 Franken.

 





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