Magnetische Brillenglasmarkierung

Auch im Zeitalter von Video-Messsystemen gibt es sie noch, die «analogen» Augenoptiker, die die Zentriermasse mit Folienschreiber direkt aufs Brillenglas anzeichnen. Das ist nicht ungewöhnlich und kann unterschiedliche Gründe haben. Der gelernte Augenoptiker und Diplom-Designer Ulrich Weickardt aus Remscheid entwickelte dafür eine andere Methode: das Magnet-Zentriertool.

Manche Augenoptiker verfügen zwar über ein Videosystem, die direkte Blickkontrolle ist ihnen aber lieber. «Videosysteme haben ihre Schwächen», wird argumentiert. So zum Bespiel, wenn der Kunde bei der Fotosituation eine nicht wirklich natürliche Kopfhaltung einnimmt. Zudem braucht die Bedienung der digitalen Technik Zeit und Erfahrung, ausserdem hat man auch schon mal mit störenden Lichtreflexen und Unschärfen zu kämpfen. Oder aber, man will sich nicht ausschliesslich auf den Algorithmus des Programms verlassen und kontrolliert noch einmal per Stift-Anzeichnung. Auch wenn es etwas behelfsmässig aussieht, setzt mancher Augenoptiker immer noch auf die Analog-Methode. Ein weiterer Grund dafür: Man verzichtet ganz einfach aus Kostengründen auf den Einsatz eines Videozentriersystems.

 


Aber die altbewährte Methode mit dem Folienschreiber hat auch ihre Tücken. Mal ist die Anzeichnung nicht genau, oft sind mehrere Versuche notwendig. Oder die Markierungen überlagern sich womöglich. Was zu einem wahren Strich-Chaos führen kann – wenig kontrastreich und schlecht ablesbar. Der Kunde muss die Brille wiederholt auf- und absetzen, das Hantieren des Augenoptikers mit dem Stift in Augennähe ist unangenehm und freihändiges «Malen» wirkt doch eher unprofessionell. Ganz besonders dann,  wenn vorher die Hightech-Eigenschaften des Brillenglases erläutert wurden.

 


Der gelernte Augenoptiker und Diplom-Designer Ulrich Weickardt stellte fest, dass die analoge Zentrierung bei den Augenoptikern nach wie vor einen wichtigen Stellenwert hat. Er dachte darüber nach, wie das Strich-Chaos durch einen «Permanent-Strich», etwa durch einen Draht, ersetzt werden könnte. Nach vielen Versuchen und zahlreichen Prototypen, die in der Praxis von Augenoptikern getestet wurden, war die Lösung schliesslich gefunden: Eine multifunktionale Halterung mit integrierten ultrastarken Kleinmagneten. Der Draht lässt sich für die Zentrierung stufenlos in allen Richtungen bewegen und dient gleichzeitig als Anschlag für das direkte Abmessen mit dem PD-Messstab. Entstanden ist schliesslich ein Magnet-Zentriertool, mit dem man die Zentriermasse bei aufgesetzter Brille bestimmen kann: analog, präzise und  ohne Stift. Angeboten wird das Tool unter dem Namen «Optocentro» von der Firma Pluraform im deutschen Remscheid, es stiess auf der Opti 2019 beim interessierten Fachpublikum auf reges Interesse.

 

www.pluraform.de

 

 





ePaper Archiv

Multimedia Pool

Lieferantenverzeichnis
zum Lieferantenverzeichnis »
Stellenverzeichnis
zum Stellenverzeichnis »