Low Vision erleichtert Sehbehinderten das Leben

Was ist Low Vision? Low Vision (wörtlich: schwaches Sehen) umfasst Sehschädigungen und Beeinträchtigungen, die sich nicht mit üblichen Brillen, Kontaktlinsen oder durch operative Eingriffe beheben lassen. Low Vision konzentriert sich dabei nicht einfach auf die reduzierte Sehschärfe (Visus), viele weitere visuelle Funktionen gehören ebenfalls dazu. So die Wahrnehmung bei schwachen Kontrasten, die Blendung, das Gesichtsfeld oder auch die Farbwahrnehmung.

Häufig lässt sich die Situation allein dadurch verbessern, dass eine angemessene Beleuchtungssituation geschaffen wird, spezielle optische Hilfsmittel wie eine Lupenbrille zum Einsatz kommen und die betroffenen Menschen Strategien erlernen, um alltägliche Tätigkeiten zu vereinfachen.

Beratungen und Abklärungen
Beratung ist wichtig, einerseits Beratung der Augenoptikerinnen und –optiker, Augenärztinnen und –ärzte und weiterer Fachpersonen. Hier findet derzeit eine wichtige Sensibilisierung statt. Andererseits gilt es, sehbehinderten Menschen jeden Alters mit kompetenter Beratung und Hilfestellung das Leben zu erleichtern.  Das kann man Einrichtungen wie der Fachstelle des SZB überlassen, die in Lenzburg Betroffene bezüglich optischer Hilfsmittel und Low Vision berät.  Vor allem komplexe Sehprobleme und die optimale Versorgung mit dem passenden Hilfsmittel stehen dabei im Vordergrund. In besonderen Fällen werden auch Besuche am Arbeitsplatz, in Schulen, Heimen, Beratungsstellen, oder auch in einer Reha-Klinik, im Spital oder Altersheim durchgeführt.  Auch der SBV, der Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband, hat an seinen Standorten in Bern, Biel, Freiburg, Chur, Delsberg Sitten, Luzern und Zürich Low-Vision-Beratungen im Programm.


Betroffene unterstützen
Der Optiker, die Optikerin kann jedoch auch selber aktiv werden, sich das nötige Know-how aneignen und in seinem Geschäft Low-Vision-Beratung anbieten. Letztlich erfordert Low Vision eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Augenarzt, spezialisiertem Optiker, Low-Vision-Berater und IV-Stellen. Low-Vision-Trainerinnen und -Trainer unterstützen Betroffene bei der Einordnung einer medizinischen Diagnose und zeigen auf, was sie für den Alltag bedeutet. Sie machen Abklärungen in der Umgebung Betroffener: im Kindergarten, in der Schule, bei der Arbeit, zuhause. Sie ermitteln Werte wie Fern- und Nahvisus, Kontrast- und Farbensehen, Augendominanzen oder Vergrösserungsbedarf.


Schulung und Vernetzung der Fachwelt
Die  Fachstelle des SZN führt speziell für Fachpersonen Kursen und Weiterbildungen durch, die Low Vision zum Inhalt haben: für Low Vision-Trainerinnen und Trainer, Augenärztinnen und –ärzte, Optikerinnen und Optiker sowie spezialisierte Orthoptistinnen und Orthoptisten. Für die fachliche Diskussionen wird eine Low Vision E-Liste geführt. Die Fachstelle verkauft ausserdem spezielles Arbeitsmaterial für Low-Vision-Fachleute. Dazu zählen Abklärungs- und Lupenkoffer, Filterkoffer oder Arbeitshilfen für Low-Vision-Trainerinnen und –Trainer und medizinische Fachpersonen. Kontakt: Fachstelle für optische Hilfsmittel, Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen SZB, Niederlenzer Kirchweg 1, 5600 Lenzburg, 062 888 28 50.


Beratung bei Beleuchtungsfragen
Für sehbehinderte Menschen ist auch eine optimale Aus- und Beleuchtung der Umgebung wichtig, denn sie verbringen oft viel Zeit in den eigenen vier Wänden. Durch eine Optimierung der Beleuchtung kann die Selbständigkeit verbessert und gleichzeitig die Unfallgefahr erheblich verringert werden. Die Lichtoptimierung ist die einfachste und effizienteste Massnahme, um die Sehschärfe, die Kontrastwahrnehmung, die Lesegeschwindigkeit und das psychische Wohlbefinden zu verbessern. Der SZN ist auch Koordinationsstelle bei Beleuchtungsfragen und hat in Zusammenarbeit mit der Berner Lichtbau GmbH (www.lichtbau.ch) verschiedene Merkblätter für eine sehbehindertengerechte Beleuchtung erarbeitet.


Hinweis: Die Doppelnummer Juli/August des «Schweizer Optikers» behandelt Low-Vision als Schwerpunktthema.

 





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