Er liebt Disput und Schlagabtausch

Die einen können gar nicht genug von ihm bekommen, wenn er – pointiert und mit spitzbübischem Grinsen – vor versammelter Anhängerschaft spricht. Andere dagegen treibt er mit seinen Auftritten reflexartig in die Flucht (dazu gehören auch Bundesräte). Seine Kritiker halten ihm vor, er betreibe Polemik und schüre Angst. Die Rede ist vom wohl bekanntesten SVP-Politiker nach Christoph Blocher. Man mag von ihm halten, was man will. Unbestritten ist: Die Brille passt!

Neben seinem Studium in Volkswirtschaft, Sozialgeschichte und Politischer Philosophie begann der in unserem Wettbewerb «Prominente Brillenträger» Gesuchte 1988 seine journalistische Laufbahn bei der NZZ, er arbeitete dort rund sieben Jahre lang in unterschiedlichen Ressorts, unter anderem im Sport und in der Filmredaktion. Es folgte im Eiltempo der Aufstieg an die Spitze des «Tages-Anzeiger»-Magazins, der «Weltwoche», der deutschen «Welt» und zurück zur «Weltwoche» – nun als Chefredaktor, Herausgeber und Besitzer.


Fast zeitgleich setzte die Verwandlung zum politischen Akteur ein. Bei seiner Wahl in den Nationalrat vor gut zwei Jahren war er noch ein Journalist, der sich auch politisch engagiert.  Inzwischen mutiert er mehr und mehr vom  Politiker zu einem, der auch noch eine Zeitschrift herausgibt. Er selbst will seine Rollen nicht trennen. «Ich bin eine wandelnde Multifunktionsmaschine», sagt er von sich selber. Da sei kein Millimeter zwischen den verschiedenen Funktionen. Er sage in der Politik, was er als Journalist schreibe. «Ich gehöre nicht zu jenen, die an der Garderobe Hirn oder Rückgrat abgeben. Ich bin einfach ich.»

Und er  hört sich gern reden. Genüsslich beschreibt er die bleichen Gesichter der SRF-Journalisten nach der Trump-Wahl. «Den einen SRF-Reporter musste man danach wohl künstlich beatmen», frotzelte er. Der Weltwoche-Verleger mag es aggressiv, spitz und fulminant – ein Meister der Provokation, der Differenziertheit nicht einmal als Kollateralschaden in Kauf nimmt. Inhaltlich wiederholt er sich gern, für Abwechslung sorgt die stilistische Brillanz. Seine adoptierte Polit-Heimat, die SVP, erwähnt er in den «Weltwoche»-Editorials kaum. Und doch ist für ihn klar: Nur sie – und seine «Weltwoche» – kann die Schweiz retten, diese «seit 700 Jahren erfolgreichste Selbsthilfeorganisation der Welt». Man kann es ihm glauben – oder auch nicht.


Wenn Sie wissen, wie der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger mit Vor- und Nachnamen heisst,  schreiben Sie eine E-Mail an fachmedien@nzz.ch (Absender nicht vergessen!). Mit etwas Glück gewinnen Sie einen Büchergutschein im Wert von 30 Franken.





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