Die Läden von FotoPro bleiben zu

Der 20. November war ein schwarzer Tag für die knapp 90 Angestellten der FotoPro-Gruppe. Sie wurden von der Geschäftsleitung informiert, dass das Unternehmen – die bedeutendste Foto-Fachhandelsgruppe der Schweiz mit Filialen in Zürich (3), Luzern (2), Bern, Baden und Winterthur – zahlungsunfähig sei. Für die Belegschaft ein unverdaulicher Schlag, besteht für sie allem Anschein nach auch kein Sozialplan

Die FotoPro Gruppe wurde 1996 von den Inhabern der Firmen Foto Ganz in Zürich und Ecker Foto & Studio AG in Luzern gegründet. Das Ziel war ein Verbund von Fotofachgeschäften, um bessere Einkaufsbedingungen in der Gruppe zu schaffen, gemeinsame Ressourcen wie übergreifende Werbung zu nutzen  und gegenüber den grossen Mitbewerbern im Markt besser bestehen zu können. Die Gruppe, bestehend aus den Firmen FotoPro Ganz, FotoPro Ecker, FotoPro Dany, FotoPro Glattfelder, FotoPro Schaich und FotoPro Bären wuchs im Lauf der Jahre kontinuierlich auf total 11 Läden in der deutschen Schweiz an.

 

Als Gründe für den massiven Umsatzrückgang der letzten Jahre nennt die Geschäftsleitung die Aufhebung des Euro-Mindestkurses, den Wechsel des Einkaufsverhaltens vom Inland ins Ausland und die Konkurrenz durch den Online-Handel. Auch der Griff zum Smartphone, statt zu den früher beliebten Kompaktkameras, habe zum Rückgang beigetragen. Durch den Umsatz- und Ertragsrückgang in Verbindung mit den weiterhin massiv zu hohen Ladenmieten in den diversen Innenstadtlagen sah sich die FotoPro-Gruppe zu Umstrukturierungen gezwungen. Doch trotz der Schliessung von Verkaufsstellen liess der finanzielle Druck durch die langjährigen Mietverträge nicht nach und die FotoPro-Gruppe musste per 19.11.2018 Insolvenz anmelden.

 


Die Pleite von Foto Pro kommt nicht von ungefähr. Die Mitgliederzahlen des Branchenverbandes Imaging Swiss bestätigen den desolaten Zustand der Branche. Laut Imaging-Swiss-Präsident Alex Mächler halbierte sich in den vergangenen zehn Jahren die Mitgliederzahl. Derzeit gehören noch 150 Unternehmen dem Verband an.
Der eine oder andere Augenoptiker mag sich wohl noch an die Zeiten erinnern, als Fotografie und Augenoptik in den meisten  Optikfachgeschäften wie selbstverständlich zusammengehörten. Während Fotoprodukte heute nahezu selbst- oder online-erklärend sind, kann sich die Augenoptik dank individueller Kundenberatung im Markt behaupten. Die überhöhten Ladenmieten an guten Passantenlagen dürften aber auch für viele Optikfachgeschäfte derzeit ein heisses Eisen sein.





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