«Reif für fundamentale Umwälzungen»

Seit April ist Pablo La Rosa als neuer Global Brand Director bei ic! berlin verantwortlich für die strategische Ausrichtung der Marke – und auch für das Kollektionsdesign. Der in Berlin lebende Amerikaner mit einem Faible für die Musik verfügt über umfassendes Marketing-Know-how, das er sich zur Hauptsache in Technologiefirmen der Musikbranche in Kalifornien erworben hat. Zuletzt war er General Manager Musicstreaming beim deutschen Lautsprecherhersteller Teufel. Sein erster Eindruck von der Optikbranche? «Die ist reif für fundamentale Umwälzungen!»

La Rosa ist der Auffassung, dass die Optikbranche auf eher tradierte Marketingstrategien zu setzen scheint, bei denen der Optiker im Fokus steht. Seiner Meinung nach müsse es aber mehr in Richtung Business-to-Consumer und Digital Marketing gehen. La Rosa stellt auch fest: «Es ist  interessant, wie ähnlich sich viele Marken in ihrer Produktpräsentation im Internet, auf Messen und ganz allgemein im Marketing sind. Das ist zum Teil schon sehr homogen und ich freue mich darauf, das etwas aufzurütteln. Genau dafür ist ic! berlin ja bekannt.» Weiter hält La Rosa fest: «berlin-Gründer Ralph Anderl hat bereits die Grundlage dafür geschaffen. Jetzt liegt es an mir und meinem Team, diesen Geist auf zeitgemässe Art in eine neue Zukunft zu führen.» 

 

Dazu möchte ic! berlin eine direktere Beziehung zu seinen Kunden aufbauen – nicht nur auf Produkt-, sondern auch auf kultureller Ebene. «Wir machen Brillen für alle Leute, die nicht wie alle anderen sein wollen. Für Leute, die Wert auf Qualität, Tragekomfort und Design legen. Diesen Leuten gefällt, dass wir uns diese gewisse Berliner Art und Exzentrik bewahrt haben.» Auf die Frage, wie ic! berlin zukünftig den Kunden eine starke Markenkommunikation vermitteln will, meint Pablo La Rosa: «Es geht auf jeden Fall zu mehr Storys und Content Marketing. Paradebeispiel dafür ist unsere neue Kampagne «Out of this World», zu der wir gemeinsam mit dem österreichischen Weltraum-Forum an einer Mars-Simulation gearbeitet haben. Die Bilder sind ein wahrer Blickfang und funktionieren super auf Instagram!» Was übrigens auch auffällt bei ic! berlin: Die Brillen entwickeln sich weg vom ursprünglich fast reinen Männerprodukt, es werden zunehmend Modelle auch für die Damenkundschaft entwickelt. «Im letzten Jahr waren die Bestseller unter unseren Sonnen- und Korrektionsbrillen tatsächlich Brillen für Frauen. Bei der Erweiterung unseres Kundenstamms wollen wir aber langsam und mit Bedacht vorgehen.»

 

Das ganze Interview mit Pablo La Rosa ist erschienen in der Ausgabe II/2018 Nr.23 von SPECTR - das internationale Eyewear- und Fashion-Magazin. Geführt hat es Stefan Dongus. Zu den Gründen, weshalb Ralph Anderl 2017 die Mehrheit an seinem Unternehmen ic! berlin verkauft hat, gibt es einen aufschlussreichen Artikel in der «Frankfurter Allgemeinen», erschienen im Oktober 2017 und nachzulesen auf  www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/gruender-von-brillenmarke-ic-berlin-verkauft-anteile-15261831.html

 

 





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