Rundum eitel Sonnenschein

Sonne schier ohne Ende – dieser Sommer hat es in sich. Für einmal braucht man nicht in den Süden zu fahren, Sommerfeeling ist auch an hiesigen Gestaden zu haben. Dabei ist aber zu beachten, dass UV-Strahlen nicht nur die Haut gefährden, sondern auch die Augen schädigen können. Im Extremfall können sie in Sekunden die Netzhaut zerstören. Sonnenbrillen bieten Schutz. Aber nur bestimmte Modelle.

Die Sonne ist der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. Eine Tatsache, die allgemein bekannt ist. Vielen etwas weniger bekannt ist dagegen, dass UV-Strahlen auch den Augen erheblich schaden können. Zu seinem Schutz reagiert der Körper reflexartig auf starke Lichtquellen. Die Pupillen verengen sich, die Lider blinzeln und schützen das Auge damit vor den zerstörerischen Strahlen. Doch ein Teil der UV-Strahlen trifft trotzdem auf Horn- und Netzhaut. «Besonders tief dringen die UVB-Strahlen ein», warnt der Experte. Auf Dauer können sie die Sehkraft beeinträchtigen. Seine Brillenkunden auf das schädigende UV-Licht aufmerksam zu machen, ist ein kleiner Dienst am Kunden, der viel bewirken und vor Schaden bewahren kann.


Dunkle Augen sind besser geschützt
Extrem empfindlich auf UV-Strahlen reagieren helle Augen. «Je weniger Pigmente die Iris aufweist, desto ungehinderter kann die Strahlung in den hinteren Bereich des Auges vordringen und dort zu Schäden führen», erklärt Michael Ulbig, Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik in München. Hellhäutige und Menschen mit hellen Augen, aber auch Kinder, brauchen deshalb hohen Sonnenschutz für Augen und Teint. Braune Augen schützt der hohe Melaningehalt bis zu einem gewissen Grad. Wer einen dunkleren Teint und dunkle Augen hat, kommt mit einem etwas geringeren Schutzfaktor aus, darf aber trotzdem nicht auf die Sonnenbrille verzichten.


Besonders stark in den Bergen und am Wasser
Besonders intensiv ist die UV-Strahlung in den Bergen. Die Luft wird dünner, die schützenden Schichten nehmen ab. Dadurch verstärkt sich das Sonnenlicht – pro 1000 Höhenmeter um rund 20 Prozent. Am Wasser ist die UV-Belastung ebenfalls hoch: Hier kommt zur direkten Sonneneinstrahlung noch die indirekte. Denn die Wasseroberfläche reflektiert UV-Strahlung um bis zu 95 Prozent. Das gleiche gilt für Schneeflächen. Eine helle Umgebung – zum Beispiel weisse Häuser oder helle Sandflächen – wirft die Strahlen ebenso zurück. Grünflächen reflektieren das aggressive Sonnenlicht dagegen nur um etwa fünf bis acht Prozent.


Lichtschäden bis zur Blindheit
Treffen UV-Strahlen zu stark oder lange auf das äussere Auge, kann die Hornhaut einen Sonnenbrand erleiden, ähnlich wie die Haut. Diese Verblitzung, auch Schneeblindheit genannt (medizinisch Photokeratitis), verursacht sechs bis acht Stunden nach der Sonnenexposition starke Schmerzen. Ein Salbenverband und Bettruhe lindern den «Sonnenbrand». «Nach etwa zwei Tagen ist alles meist folgenlos wieder abgeheilt», erklärt Michael Ulbig. Anders verläuft eine Linsentrübung. Unter starkem Sonneneinfluss verändern sich die Eiweisse in der Linse und führen zu einem frühzeitigen Grauen Star. Die Sehschärfe lässt nach, ein Grauschleier legt sich über das Blickfeld. Der Graue Star ist abhängig davon, wie lange sich der Betroffene in hellem Sonnenlicht aufgehalten hat. Ein ambulanter Eingriff (Implantation einer Kunstlinse) kann die Sehschärfe wieder herstellen.


Dramatischer sind die Folgen von UV-Strahlen, die auf die Netzhaut treffen. Es bilden sich vorzeitig Ablagerungen (Drusen), die Netzhaut kann sogar gerinnen. Dabei sind auch Zellen im gelben Fleck (Makula) betroffen und eine Makuladegeneration entsteht, die zur Erblindung führen kann. Zwar ist eine Makuladegeneration meist altersbedingt, fest steht jedoch, dass UV-Strahlung für ihre Entstehung eine Rolle spielt.


Bester Schutz: Hochwertige Sonnenbrille
Eine Sonnenbrille absorbiert schädliche UV-Strahlung und bewahrt damit die Augen vor Lichtschäden. Die Dunkelfärbung hält die Strahlen bis zu 100 Prozent ab. Ausschlaggebend ist dabei die Technik der Tönung, die von Hersteller zu Hersteller verschieden ist. Eine Alternative zur Sonnenbrille sind, vor allem für Sportler, sind getönte Kontaktlinsen. Weil sie nur einen Teil der Augen bedecken, bieten sie jedochs keine absolute Sicherheit: Die Augenumgebung bleibt der Sonne schutzlos ausgesetzt. Doch nicht alle als Sonnenbrille deklarierten Modelle bieten guten Schutz. «Schlechte Brillen schaden mehr, als sie nützen», warnt Michael Ulbig. Die dunkle Farbe suggeriert der Pupille, dass sie sich nicht verengen muss und dadurch kommt sogar mehr schädliche UV-Strahlung ins Auge, als ohne Sonnenbrille.


Doch auch wenn die Qualität der Gläser noch so gut ist: Bis zu 60 Prozent der schädlichen Strahlung können trotzdem die Augen von oben oder über die Seiten erreichen. Für optimalen Schutz sollte die Sonnenbrille deshalb relativ grosse Gläser haben und über breite Bügel verfügen, die auch den Grossteil der Strahlen abhält, die seitwärts auftreffen. Ein breitkrempiger Hut oder eine Kappe verhindern den Einfall des Lichts von oben.


Kinderaugen sind besonders gefährdet
Kinderaugen sind wesentlich lichtempfindlicher als die von Erwachsenen. Sie verfügen noch über wenig Pigmente, und ihre Linsen sind sehr klar. Deshalb schädigen UV-Strahlen besonders rasch Binde-, Horn- und Netzhaut. Um das Risiko für spätere Schäden zu minimieren, sollten bereits kleine Kinder eine Sonnenbrille tragen. Babys sollten niemals der direkten Sonne ausgesetzt sein und auch in schönem Wetter immer einen Hut oder eine Kappe mit Krempe tragen. Ab zwei Jahren gibt es spezielle Kindersonnenbrillen. Diese Spezialmodelle verfügen über einen sicheren Halt und eine hohe Schutzkategorie.


Die wichtigsten Qualitätsmerkmale
Ob eine Sonnenbrille gut ist oder nicht, sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an. Die Farbe der Gläser – braun, blau oder grün – sagt nichts über ihre Qualität aus. Auf der Innenseite der Bügel befinden sich unterschiedliche Abkürzungen, die Auskunft geben können. Die wichtigsten Kennzeichnungen:

CE-Zeichen: Alle Sonnenbrillen, die in der EU vertrieben werden, müssen das CE-Zeichen tragen. Damit erfüllt das Produkt allerdings nur Sicherheitsanforderungen, ist relativ belastbar und ausreichend kratzsicher. Nicht jede Brille wird einzeln von einer unabhängigen Prüfstelle untersucht.

UV 400: Diese Bezeichnung bedeutet, dass die Gläser UVA-, -B- und -C-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometer absorbieren. Genauere Aussagen über die Stärke der Schutzwirkung einer Sonnenbrille bieten vier EU-Kategorien.

0: Bietet den geringsten Blendschutz, die Gläser absorbieren nur höchstens 20 Prozent der Strahlung.

1: Hält 20 bis 57 Prozent der Strahlung ab, eignet sich für Tage mit leichter Bewölkung.

2: Absorbiert 57 bis 82 Prozent der Strahlung, ideal für schönes Wetter.

3: Schützt das Auge bereits intensiv. Gläser mit dieser Kennzeichnung halten 82 bis 92 Prozent der Strahlung ab. Diese Kategorie ist empfehlenswert für Urlaub am Meer.

4: Besonders dunkler, starker Schutz, der für Hochgebirge und Gletscher ratsam ist. Diese Gläser halten 92 bis 97 Prozent der Strahlung ab. Allerdings ist diese Kategorie nicht für den Strassenverkehr zugelassen.





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